AYURVEDA

Das Sanskritwort „Ayurveda“ bedeutet „die Wissenschaft vom Leben und von der Langlebigkeit“. Ayurveda in seiner traditionellen Form ist nicht nur ein Medizinsystem, sondern eine Wissenschaft, welche als ganzheitliches Heilsystem bezeichnet werden kann und seinen Ursprung nach mündlicher Überlieferung bereits viele Tausend Jahre v.Chr. hat. Ziel dieses alten, ursprünglichen Wissens ist es, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu heilen. Somit spielt die ayurvedische Heilkunst bei uns vor allem eine große Rolle in der Gesundheitsprävention und mit völlig natürlichen Mitteln und Methoden lassen sich gute Ergebnisse erzielen.

Die ayurvedische Medizin arbeitet mit:

– physikalischen Methoden wie Massagen, Bädern, Wärme und Ruhe IMG_0359

– gezieltem Einsatz der Nahrung

– Verhaltensempfehlungen

– pflanzlichen und gereinigten mineralischen Präparaten

– Meditation

– Gebet

– Yoga

– Pranayama (spezielle Atemtechniken)

 

 

Grundlagen des Ayurveda

Im Ayurveda sind Medizin und Philosophie wirkungsvoll miteinander verknüpft, so dass die Eigenschaften und Vorgänge von Allem betrachtet werden. Somit wird ein ganzheitlicher Blick auf den Einzelnen und die Einflüsse, denen er unterliegt, möglich – mit dem Ziel, das Leben so lange und so gesund wie möglich zu erhalten.

Die Essenz des Ayurveda ist die Lehre von Vata, Pitta und Kapha und ihrer Zusammensetzung aus den fünf Elementen. Mit dem Wissen über ihre unterschiedlichen Wirkungen und Aufgaben im Körper kommt ein Verständnis darüber, wie man Vata, Pitta und Kapha im Gleichgewicht hält oder aus dem Körper bringt.

Die drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha

Die fünf großen Elemente verbinden sich zu drei Grundenergien oder Funktionsprinzipien, die in verschiedenem Maße in allem und jedem gegenwärtig sind. Raum (Äther) und Luft bilden zusammen Vata. Feuer und Wasser verbinden sich zu Pitta. Und Wasser und Erde ergeben Kapha. Diese drei Doshas oder Gemütsverfassungen steuern die psycho-biologischen Funktionen in unserem Körper. Vata, Pitta und Kapha sind in jeder Zelle, in jedem Gewebe und in jedem Organ zugegen. Wenn sie sich im persönlichen Gleichgewicht befinden – denn jeder Mensch ist anders – sind wir gesund. Ist das Gleichgewicht zwischen ihnen gestört, zum Beispiel durch andauerndes falsches Verhalten oder die falsche Ernährung, verursachen sie Unwohlsein oder später Krankheiten. Die Gesundheit eines Menschen hängt also davon ab, ob es ihm gelingt, diese drei Kräfte in einem gewissen Gleichgewichtszustand zu halten. Alle Menschen verfügen über alle drei Doshas, doch herrscht gewöhnlich eines vor, ein zweites ist von sekundärer Bedeutung und das dritte weniger herausragend. Somit hat jeder Mensch ein bestimmtes Energiemuster, eine ganz individuelle Kombination physischer, mentaler und emotionaler Charakteristika, die die Konstitution (Prakriti) des Betreffenden ausmachen.

Vata ist die Energie der Bewegung. Obgleich sie das Luft-Prinzip ist, wird sie nicht als identisch mit der Luft in der äußeren Welt betrachtet, sondern als die subtile Energie, die die biologische Bewegung steuert. Vata reguliert alle Aktivitäten im Körper, sowohl die mentalen als auch die physiologischen. Vata werden die Eigenschaften (Gunas) trocken, rau (nicht schleimig), wenig nahrhaft, kalt, beweglich, schnell/mobil, feinstofflich (subtil), rein, formlos, instabil und leicht zugeordnet. Der zugehörige Geschmack (Rasa) ist bitter und herb.

Pitta wird mit Feuer übersetzt, doch ist dies nicht wörtlich zu verstehen. Vielmehr handelt es sich um das Prinzip des Feuers, die Energie der Erhitzung oder des Stoffwechsels. Pitta steuert alle in unserem Körper stattfindenden biochemischen Veränderungen und reguliert die Verdauung, die Nahrungsaufnahme und -assimilation sowie die Körpertemperatur. Pitta werden die Eigenschaften leicht, etwas ölig, leicht fließend, heiß, intensiv, scharf, schneidend, akut, stechend, sauer im Geschmack und von beißendem, durchdringenden Geruch zugeordnet. Der zugehörige Geschmack ist scharf und sauer.

Kapha kombiniert Wasser und Erde. Dies ist die Energie, die die Körperstruktur formt, der „Leim“, der die Zellen zusammenhält. Kapha liefert auch die Flüssigkeit, die unsere Zellen und Körpersysteme brauchen, um leben zu können. Kapha macht unsere Gelenke geschmeidig, befeuchtet die Haut, fördert die Wundheilung und erhält die Immunabwehr. Kapha liefert Stärke, Kraft und Stabilität, da er nährend und aufbauend wirkt. Kapha werden die Eigenschaften schleimig, kalt, stabil, schwer, langsam-träge, zähflüssig, feucht, ölig und süßlich im Geruch zugeordnet. Der zugehörige Geschmack ist süß und salzig.

Vata, Pitta und Kapha sind drei vollkommen verschieden wirkende Kräfte, die durch den Unterschied ihrer Wirkungsweise Gleichgewicht im Körper erzeugen. Wenn von Gleichgewicht im Körper gesprochen wird, bedeutet dies, dass jede dieser Kräfte im richtigen Maß vorhanden ist und seine Funktion erfüllt. Das richtige Maß bedeutet immer volle Funktionsfähigkeit. Die Funktionsfähigkeit zeigt sich jeweils von den natürlichen Anlagen der Prakriti (Natur) des Einzelnen geprägt.

Jede Konstitution hat ihre Merkmale, zeichnet sich aber auch durch eine besondere Belastbarkeit der persönlichen Punkte aus. Das bedeutet, die Konstitution kann gut mit ihren entsprechenden Dosha-Eigenheiten umgehen. Sie kommt damit, wenn sie gesund ist, besser zurecht, als eine andere Konstitution, die denselben Einflüssen unterliegt.

Vata, das Prinzip der Bewegung, bewegt sowohl Pitta als auch Kapha, die unbeweglich sind. Wenn das Gleichgewicht von Vata gestört ist, beeinflusst diese Kraft die beiden anderen Doshas. Der Grund für die meisten Krankheiten ist eine Störung von Vata. Stress, zu viele Aktivitäten und zu wenig Schlaf zum Beispiel erhöhen Vata und schon kommt es zu einem Ungleichgewicht.

Durch ayurvedische Massagen und einer gezielte Ernährungsumstellung kann dem entgegengewirkt werden. Anleitungen zu einer Umstellung der Tagesroutine können ebenfalls hilfreich sein. Hierzu ist eine ausführliche Anamnese nötig, wie sie bei der Konstitutionsbestimmung durchgeführt wird. Hat man diese Informationen, werden auch die Massagen zu weit mehr als nur „Wellness“-Behandlungen. Durch abgestimmte therapeutische Öle wird der Körper gereinigt und erfährt eine enorme harmonisierende, entspannende und stärkende Wirkung. Da durch die Massage auch die nicht sichtbaren Energien des Körpers, von denen er wie von einem Schutzmantel umgeben ist, gereinigt und gestärkt werden, wird der Mensch spürbar widerstandsfähiger gegenüber störenden Einflüssen und bleibt stabiler in seiner Kraft.

 

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